Frauenspezifische Themen in Medizin und Theologie

Gender


 
Dr. med. Rosmarie Köhler, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie FMH / Bachelor of Theology UZH / Begleitende Seelsorge ACC / Praxis: Eidmattstrasse 19, 8032 Zürich, T. 044 422 88 50
 
Auf dieser Seite werden neuere Erkenntnisse aus der Gender-Medizin beschrieben, soweit mir solche bekannt werden.
Es gibt immer wieder Besonderheiten in der Behandlung, auch in der Medikamentenwirkung, die beachtet werden müssen.
Dass Frauen z.B. beim Herzinfarkt andere Symptome bekommen als Männer, ist inzwischen allgemein bekannt. -
In der Theologie sind freuenspezifische Themen bis heute aktuell.

 

Australische Geschichte:

In Australien gibt es ein kleines Vögelchen, bei dem das Nest nur vom Männchen gebaut wird. Das Weibchen kommt anschliessend dazu und zerstört das Nest wieder, sodass das Männchen die Arbeit von Neuem beginnen muss. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis das Nest so stabil ist, dass es nicht mehr so schnell zerstört werden kann. Die Fähigkeiten des Männchens wachsen gewissermassen am kritischen Widerstand des Weibchens.

Erst wenn das getan ist, legt das Weibchen sein Ei in dieses Nest.

Bei den Menschen, zumindest in der Schweiz, sind die Verhältnisse anders:

Laut einer Notitz der Neuen Zürcher Zeitung vom 13. Märrz 2001, S. 47, leben Männer nicht nur viel ungesunder und unnötig riskanter als Frauen, sondern die Frauen schliessen sich diesem Lebensstil zumeist unkritisch an. Dies bedeutet mehr selbstverursachte Krankheiten und mehr Unfälle auch bei Frauen. So kommt es, dass Frauen, die von sich aus wenig gesundheitliche Risiken eingehen, am Ende fast nur ein Gesundheitsrisiko haben: Die Verbindung zu einem Mann.

Dadurch steigen auch die Gesundheitskosten der Frauen an: Durch Unfälle, Krankheiten, Gewalt und psychische Belastungen, die die Frauen nicht in dem Ausmass haben, solange sie allein leben. Diese Gesundheitskosten waren schon hoch, weil man erstens die Kosten für Schwangerschaft und Geburt nur den Frauen zurechnet, statt beiden Eltern, und zweitens, weil sie zwar selber Pflegeleistungen erbringen, aber im Alter durch ihre riskante Partnerwahl nicht so häufig vom Mann gepflegt werden, sondern bezahlte Pflegekräfte benötigen (BAG Bulletin 27 vom 28.06.2004, S. 470).

Das australische Vögelchen hat diese Zusammenhänge längst erkannt und richtet sich entsprechend danach ein.

Und wir Frauen? Wir Frauen brauchen ja nicht gerade Wohnungen und Häuser zu zerstören, aber etwas mehr kritische Distanz könnte unsere Gesundheit und die unserer Lieben, der Männer und Kinder, verbessern und vielleicht da und dort sogar das Leben von uns und unseren Familien retten, vielleicht auch das von Natur und Umwelt. Das würde bedeuten, nicht in jedes Fahrzeug, Flugzeug oder Schiff zu sitzen, nicht alles mitzumachen, was angeboten wird, nicht alles zu essen, was Männer essen, nicht alles zu trinken, was sie trinken, nicht jeden Spass mitzutun, der uns angeboten wird, sondern alles das erst einmal zu zergliedern, wie der australische Vogel das zweifelhafte Gewebe, und zwar solange, bis das Nest wirklich hält, was es verspricht. Was hindert uns daran? Gleichgültigkeit? Feigheit? Gedankenlosigkeit?

 


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